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Dienstag, 7. Februar 2012
Kino-Sonntag im BayKomm
Auf der Suche nach dem Gedächtnis
Leverkusen. Erst die Erinnerung verleiht unserem Leben Kontinuität. Ohne die Fähigkeit, Vergangenes in uns wachzurufen, wäre unsere Existenz eine chaotische Anhäufung nicht zusammenhängender Momente. Doch was ist Erinnerung eigentlich? Und was geschieht in unserem Körper, wenn wir uns erinnern? Diesen Fragen hat sich der Hirnforscher und Nobelpreisträger Eric Kandel seit mehr als 50 Jahren verschrieben. Der Film "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" gibt intensive Einblicke in die neurobiologische Forschungsarbeit des berühmten Wissenschaftlers und erzählt dessen bewegte Lebensgeschichte. Zu sehen ist das Werk am Sonntag, 12. Februar, 14 Uhr, im Leverkusener BayKomm.
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Beim Kino-Sonntag im BayKomm erleben die Besucher einen spannenden Einblick in die Forschung von Nobelpreisträger Eric Kandel.
Nach der Flucht 1939 aus seinem Heimatland Österreich und der Emigration nach Amerika studierte Kandel zunächst österreichische Literatur und wurde später Psychoanalytiker und Mediziner. Er untersucht, wie geistige Vorgänge sich biologisch auswirken. So hat er nachgewiesen, dass Lernen neuronale Schaltkreise verändert und Wissen im Gehirn anatomische Veränderungen bewirkt. Im Jahr 2000 erhielt er den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung eines Proteins, das eine entscheidende Rolle bei der Speicherung von Ereignissen aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis spielt. Dieser Vorgang ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass Lernen und Erinnern stattfinden können.

Das Interesse für das, was Erinnerung ausmacht, hängt dabei eng mit der aufwühlenden Biographie des gebürtigen Wieners und Juden zusammen. "Nach dem Holocaust lautete das Motto der Juden 'Niemals vergessen!', wachsam gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass zu sein", sagt Kandel. "Meine wissenschaftliche Arbeit widmet sich den biologischen Grundlagen dieses Mottos: den Prozessen im Gehirn, die uns zur Erinnerung befähigen."

Das dokumentarische "Biopic" von Petra Seeger zeigt sowohl den Privatmenschen Kandel, als auch sein Leben als Forscher. Es ist dabei nicht nur die Autobiographie eines Hirnforschers, sondern auch die Autobiographie einer Wissenschaft.
 
Kostenfreie Tickets für den Film unter Tel. 0214/ 30 50 100 oder
online
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